Brandserie im Dreikönigenviertel: CDU fordert Lagebild und mehr Prävention

Neun brennende Müllcontainer und -tonnen in nur einer Nacht, zuvor bereits weitere Brände im Dreikönigenviertel: Die CDU will die jüngsten Vorfälle jetzt zum Thema im Bezirksausschuss Innenstadt machen. Polizei und Feuerwehr sollen dort über die Lage berichten und gemeinsam mit der Stadt mögliche Präventionsmaßnahmen aufzeigen.

Allein in der Nacht zum 2. Oktober wurden zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen insgesamt neun Brände von Müllcontainern und -tonnen im Dreikönigenviertel und angrenzenden Straßen festgestellt. Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz, auch ein Polizeihubschrauber beteiligte sich an der Fahndung. Aufgrund der Häufung geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Es war nicht der erste Vorfall in den vergangenen Monaten. Bereits im Juli brannte unter anderem ein Wertstoffcontainer an der Weberstraße. Im September geriet ein eingehauster Containerstellplatz unmittelbar am Nelly-Sachs-Gymnasium in Brand. Dort drohten die Flammen auf Vegetation und das Schulgebäude überzugreifen.

„Wenn in unserem Viertel innerhalb weniger Monate immer wieder Container brennen und schließlich neun Feuer in einer einzigen Nacht gelegt werden, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagt Thomas Kaumanns, Stadtverordneter aus dem Dreikönigenviertel. „Wir wollen die Situation nicht dramatisieren, aber genauso wenig bagatellisieren. Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass wir genau hinschauen und gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr klären, was wir tun können.“

Die CDU beantragt deshalb für die nächste Sitzung des Bezirksausschusses ein Lagebild. Feuerwehr und Polizei sollen über die Brandereignisse berichten und – soweit die laufenden Ermittlungen dies zulassen – eine Einschätzung der Situation geben. Außerdem soll geprüft werden, ob sich konkrete Möglichkeiten zur Prävention ergeben, etwa für die Stadt, die Abfallwirtschaft oder Grundstückseigentümer.

Kaumanns verweist dabei nicht nur auf die entstandenen Sachschäden: „Ein brennender Müllcontainer ist kein Kavaliersdelikt. Steht er neben einem Gebäude, einem Fahrzeug oder Bäumen und Sträuchern, kann daraus schnell eine ernste Gefahr entstehen. Und natürlich macht es etwas mit dem Sicherheitsgefühl, wenn nachts immer wieder Feuerwehr und Polizei im eigenen Viertel im Einsatz sind.“

Für Kaumanns steht deshalb zunächst eine sachliche Bestandsaufnahme im Mittelpunkt: „Wir brauchen keine Spekulationen darüber, wer dahintersteckt. Das zu ermitteln, ist Aufgabe der Polizei. Unsere Aufgabe als Kommunalpolitik ist es, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, die zuständigen Stellen an einen Tisch zu holen und zu schauen, ob und wo wir vor Ort konkret handeln können.“

Bild: KI-generiert