Rund 550 Menschen haben sich bis zum 1. November an einer Umfrage des Stadtverordneten Thomas Kaumanns zum Bewohnerparken im Dreikönigenviertel beteiligt. Die Ergebnisse zeigen: Das Bewohnerparken hat die Situation für viele Menschen verbessert. Gleichzeitig bestehen weiterhin Probleme und konkreter Handlungsbedarf.
Eine Mehrheit von 51 Prozent der Befragten berichtet, dass sich ihre persönliche Parkplatzsituation durch das Bewohnerparken verbessert hat. Für etwa 25 Prozent hat sich nichts verändert, während rund 24 Prozent eine Verschlechterung feststellen.
Bei der Frage nach der Zukunft des Bewohnerparkens ergibt sich ein differenziertes Bild: Rund 62 Prozent befürworten eine Fortführung – allerdings teilweise mit Anpassungen oder nur in bestimmten Straßen. Etwa 37 Prozent sprechen sich für eine Abschaffung aus.
Eine genauere Betrachtung zeigt allerdings, dass die Bewertungen innerhalb des Viertels deutlich auseinandergehen. Eine pauschale Entscheidung für oder gegen das Bewohnerparken würde den unterschiedlichen Verhältnissen deshalb nicht gerecht.
- Besonders deutlich werden die Unterschiede bei der räumlichen Betrachtung: Zwischen dem Stadtgarten und der Bergheimer Straße befürworten rund drei Viertel der Anwohner das Bewohnerparken. Zwischen der Bergheimer Straße und der Weberstraße überwiegen dagegen mit 55 Prozent die Gegner.
- Auch beim Blick auf die Tageszeiten zeigen sich Unterschiede. Während das Bewohnerparken insbesondere tagsüber für Entlastung sorgt, bleibt die Parkplatzsuche abends und am Wochenende schwierig. 77 Prozent der Befragten nennen die Abendstunden als Zeit mit besonders hohem Parkdruck.
Die zahlreichen persönlichen Kommentare bestätigen dieses differenzierte Bild. Während einige Anwohner von erheblichen Verbesserungen berichten, sehen andere kaum Vorteile oder kritisieren zusätzliche Einschränkungen.
Besonders häufig werden drei Bereiche genannt, in denen Verbesserungsbedarf besteht:
- Mehr Parkmöglichkeiten schaffen: 49 Prozent wünschen sich zusätzliche Parkplätze. Besonders interessant ist die Möglichkeit, Parkflächen von Schulen, Unternehmen oder Supermärkten abends und am Wochenende für Anwohner zu öffnen.
- Kontrollen verbessern: Rund 45 Prozent wünschen sich eine konsequentere Überwachung der Parkregeln.
- Besucherparken erleichtern: Rund 35 Prozent sehen hier Verbesserungsbedarf. Insbesondere für Familienbesuche sowie für Pflege- und Handwerksdienste müssen praktikable Lösungen gefunden werden.
Kaumanns: „Erhalten, was funktioniert – verbessern, was nicht funktioniert“
„Wir sollten erhalten, was funktioniert, verbessern, was nicht funktioniert, und dort auf Bewohnerparken verzichten, wo es keinen ausreichenden Nutzen bringt“, sagt der Stadtverordnete Thomas Kaumanns (CDU).
„Vor allem müssen wir uns stärker um das eigentliche Problem kümmern: den Mangel an Parkmöglichkeiten. Denn Bewohnerparken kann vorhandene Parkplätze anders verteilen, aber keine zusätzlichen schaffen. Mein Ziel ist eine pragmatische Lösung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen in unserem Viertel orientiert – und nicht an ideologischen Grundsatzdebatten über das Auto.“
Zur Umfrage: Die freiwillige und anonyme Online-Umfrage wurde über 2.500 Flyer in den Briefkästen des Viertels sowie über soziale Netzwerke beworben. Sie ist nicht repräsentativ. Die Prozentangaben sind gerundet. Neben den standardisierten Fragen wurden 261 persönliche Kommentare abgegeben.