„Neusser Modell“: Kinder und Jugendliche sollen stärker an der Politik beteiligt werden

Kinder und Jugendliche in Neuss sollen stärker an der Politik beteiligt werden. Dazu soll es ein „Neusser Modell“ geben. Mit einem entsprechenden Antrag will die CDU einen längeren Diskussionsprozess in der Neusser Politik zu einem erfolgreichen Abschluss führen.

Der Jugendhilfeausschuss hat sich in der Vergangenheit mehrfach und intensiv mit der Frage befasst, ob und wie Kinder und Jugendliche verstärkt an politischen Prozessen beteiligt werden können. Zuletzt hat er dazu im Oktober 2019 eine Anhörung durchgeführt. „Bei dieser Anhörung wurden verschiedene Beteiligungsformate aus anderen Städten präsentiert. Wenn auch die dort genannten Beispiele jedes für sich beeindruckend waren, so ist in der Gesamtschau jedoch klargeworden: Es gibt nicht ein Beteiligungsformat, das für alle Städte gleichermaßen geeignet ist“, erklärt der CDU-Jugendpolitiker Thomas Kaumanns. Seine Lösung: „Wir lassen die Kinder und Jugendlichen selber ein Modell entwickeln! Wir wollen ein Format finden, das von allen Beteiligten so akzeptiert und gelebt wird, dass es zum Erfolg wird.“

Damit möglichst viele Kinder und Jugendliche mitmachen, setzt Kaumanns auf die Hilfe von Jugendzentren, Jugendverbänden und Schulen. „Dort sind Kinder und Jugendliche in ihren alltäglichen Lebenswelten, dort können wir sie gut erreichen. Hier wirkt Mitbestimmung sehr stark.“ Sie sollen im Laufe des Jahres planen und erproben, wie Beteiligung in Neuss gelingen kann.

Inhaltliche Vorgaben soll es nicht geben, nur drei Ziele formuliert der Antrag. Es geht nicht nur um stärkere politische Beteiligung, sondern auch darum, junge Menschen über Kommunalpolitik und deren Abläufe besser und interaktiver zu informieren. Außerdem sollen im Rahmen eines „Jugend-Checks“ die Belange von Kindern und Jugendlichen bei politischen Entscheidungen benannt und berücksichtigt werden. Letzteres ist auch eine Reaktion darauf, dass in der jüngeren Vergangenheit mehrere Bolzplätze Baumaßnahmen zum Opfer gefallen sind. „In einer kinderfreundlichen Stadt soll so etwas nicht mehr vorkommen – die Interessen von Kindern und Jugendlichen sollen Vorfahrt haben“, sagt Kaumanns. „Zuhören auf Augenhöhe mit Kindern und Jugendlichen bedeutet für mich, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen, ihre Bedürfnisse kennen und ihre Ideen in die Politik einbauen. Dafür setze ich mich ein und dafür benötigen wir ein Neusser Modell. Als Bürgermeister werde ich Kinder und Jugendliche sehr viel intensiver beteiligen“, bekräftigt der CDU-Bürgermeisterkandidat Jan-Philipp Büchler.

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